Von volksstimme.de 

Was kann gegen multiresistente Keime im Trinkwasser getan werden? Auf kommunaler Ebene erst einmal wenig, so die Stadt Magdeburg.

Magdeburgs Stadträtin Kornelia Keune (SPD) macht sich Sorgen um das Trinkwasser, speziell um multiresistente Keime, die den Weg dahinein finden könnten. Diese Keime haben die gefährliche Eigenschaft, dass sie nicht mehr auf Antibiotika reagieren. Und das ist für den Menschen, wird er von diesen Keimen heimgesucht, lebensgefährlich.

Durch mehrere TV-Dokumentationen sensibilisiert, wollte Kornelia Keune von der Stadtverwaltung Magdeburg wissen, ob das Trinkwasser, das Magdeburg aus der Colbitz-Letzlinger Heide bekommt, auf multiresistente Keime untersucht werde und wenn nicht, ob die Stadt das anordnen könne. Denn immerhin befinde sich das Heidewasser-Reservoir in enger Nachbarschaft zu zahlreichen Schweine- und Geflügelmastanlagen, in denen viel Antibiotikum zum Einsatz kommt.

Nur mikrobiologische Standarduntersuchung

Die auch für die „Volksgesundheit“ zuständige Sozialbeigeordnete Simone Borris erklärte dazu, dass Trinkwasser nach den gesetzlichen Vorgaben nicht auf spezielle Einzelkeime und Krankheitserreger untersucht werde, sondern sich die mikrobiologische Standarduntersuchung auf Indikatorkeime beschränke. Das sind Keime, die auf eine grundsätzliche Verschmutzung des Trinkwassers hinweisen. Zu diesen Indikatorkeimen gehören beispielsweise Colibakterien.

Dieser gesetzliche Rahmen könne nicht einfach geändert werden, dazu sei eine Gesetzesinitiative notwendig, meint Borris. Klartext: Die Stadt Magdeburg hat darauf keine Einflussmöglichkeiten, weil die Gesetze dafür von der Bundesregierung in Berlin gemacht werden. Laut Umweltbundesamt stecke die Resistenzforschung „noch in den Kinderschuhen“, so Simone Borris. Die Forschung zur Evolution und Verbindung von Bakterien und deren Resistenzen gegenüber Medikamenten habe erst begonnen. Fachleute rechnen ab 2020 mit einer ersten Gesetzesinitiative.

Keine Untersuchung auf Krankenhauskeime

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