Von sueddeutsche.de

Obwohl das Problem seit Jahren bekannt ist, sind viele Grundwasserbrunnen im Landkreis Erding nach wie vor nitratbelastet. Mancherorts ist die Belastung nahe an den europäischen Grenzwerten. Das hat Auswirkungen auf das Trinkwasser, das daraus ohne weitere Reinigung gewonnen wird. In Buch am Buchrain, der Gemeinde mit der höchsten Nitratbelastung im Grundwasser in der Region, könnte nun bald ein neuer Brunnen gebaut werden.

Ab 25 Milligramm Nitrat pro Liter stuft das Landesamt für Umwelt Grundwasser in die Belastungsklasse 2 ein, ab 37,5 Milligramm pro Liter wird es teuer: Laut der europäischen Wasserrichtlinie müssen die Versorger dann Maßnahmen ergreifen, um den Zustand des Grundwassers zu verbessern. Das kann etwa heißen, dass in tieferen Erdschichten nach Wasser gebohrt werden muss. Es kann aber auch bedeuten, dass große Reinigungsanlagen errichtet werden müssen. Denn insbesondere das Abbauprodukt Nitrit ist in größeren Mengen vor allem für Kinder und Schwangere schädlich. Erst kürzlich warnte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft, Martin Weyand, davor, die Verbraucherpreise für Leitungswasser könnten regional um mehr als 60 Prozent steigen.

Im Landkreis Erding lag der Nitrat-Spitzenwert im Grundwasser jahrelang bei 34, 7 mg/l im Brunnen I in Buch am Buchrain. Die aktuelle Messung vom Juli 2018 ergibt nun einen Wert von 30,9 mg/l.

„Das ist die saisonal bedingte Schwankungsbreite“, sagt Ulrich Scheubeck dazu. Der Geologe untersucht mit seiner Firma seit Jahren im Auftrag der Gemeindeverwaltung Buch am Buchrain die Wasserqualität. „In erster Linie kommt es von der Landwirtschaft“ sagt Scheubeck. Schuld an der hohen Nitratbelastung im Grundwasser sind aber nicht nur die Bauern unmittelbar aus der Gegend, die zu viel nitrathaltige Gülle auf ihren Feldern ausbringen, die dann ins Grundwasser sickert. Eine Rolle spielt auch der jeweilige Brunnenstandort. „Das Wasser strömt von weiter her“, sagt Scheubeck. Für Buch am Buchrain müsse man etwa auch die Nitratbelastung im Wasser der Gemeinde Forstern berücksichtigen. Die Nitratbelastung summiert sich dann an einem bestimmten Brunnen abhängig vom Fließgeschehen. Trotzdem ist es für den Geologen Scheubeck wichtig, im Kontakt mit den lokalen Bauern zu versuchen, die Nitratbelastung zu verringern.

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