Von globalcitizen.org 

Die Wasserflaschen-Industrie ist paradox. Sie macht Milliardenumsätze mit etwas, was eigentlich für jeden auf der Welt frei zugänglich sein sollte. Stattdessen macht sie sich Trinkwasser zu eigen, verpackt es in Plastik und verkauft es dann gewinnbringend.

Nestlé – das Unternehmen, das die meisten von Babynahrung, Schokolade oder Joghurts kennen – hat entschieden, eine neue Fabrik zu eröffnen. Mitten in der Wüste Arizonas. Da, wo es ja bekanntlich so viel Wasser gibt (Achtung, Ironie).

Kein Wunder also, dass die Entscheidung des Unternehmens ziemlich viele Fragen aufgeworfen hat. Zum Beispiel: „Wie bitte lässt sich denn mitten in der Wüste Wasser in Flaschen abfüllen?“ Und allen voran: „Dürfen die das?“

Viele der Fragen kamen von Umweltaktivisten. Und die sind nicht zum ersten mal mit dem Nestlé-Konzern aneinander geraten, so zum Beispiel im San Bernardino Gebirge in Kalifornien. Denn auch hier füllt Nestlé fleißig Wasser in Plastikflaschen.

Stimmen gegen den Nestlé-Konzern und dem Geschäft mit dem Wasser werden überall immer lauter. Nachdem bekannt wurde, dass in Arizona besagte Fabrik entstehen soll, startete auf Change.org eine Petition in dem Versuch, Nestlé an dem Bau der Fabrik zu hindern. Denn – und hier wird es wieder paradox – der US-Bundesstaat Arizona leidet seit über 17 Jahren offiziell an einer Dürreperiode.

[…]

  1. Für die Herstellung einer einzigen Wasserflasche wird dreimal soviel Wasser verbraucht, wie später in der Flasche landet. 
  2. In den USA waren die Umsätze von Wasser 2017 zum ersten Mal höher, als die Umsätze von Softdrinks wie Cola und CO.
  3. Der Konsum von abgefülltem Wasser steigt jedes Jahr um weitere 10 Prozent. Die Zahlen in Europa wachsen am langsamsten – in Nordamerika hingegen werden von Jahr zu Jahr immer mehr Wasserflaschen verbraucht.
  4. Mit der Energie, die benötigt wird, um all das abgefüllte Wasser herzustellen, könnte man mehr als 190.000 Häuser mit Elektrizität versorgen.
  5. Die Internetseite „Food & Water Watch” berichtet, dass mehr als die Hälfte des in Flaschen abgefüllten Wassers aus Wasserhähnen stammt.
  6. In Flaschen abgefülltes Wasser ist weder gesünder noch sauberer als Wasser aus dem Wasserhahn. Ganz im Gegenteil: 22% aller getesteten Wasser, das man in Flaschen kaufen kann, beinhalteten Chemikalien. In mindestens einem der getesteten Wasser fand man sogar eine gesundheitsschädliche Chemikalie, die über dem risikofreien Limit lag.
  7. Mit der Menge an Rohöl, die gebraucht wird, um alle Plastikflaschen in einem Jahr zu produzieren, könnte man 1 Million Autos betanken.
  8. Nur jede fünfte Wasserflasche wird recycelt, alle anderen landen auf dem Müll, in der Natur und in unseren Ozeanen.
  9. Eine handelsübliche Plastikflasche im Müll braucht 450 (!) Jahre , um sich vollständig zu zersetzen.
  10. 2014 machte die Wasserflaschen-Industrie einen Umsatz von 13 Milliarden US-Dollar. Die ganze Menschheit mit sauberem Trinkwasser zu versorgen würde etwa 10 Milliarden US-Dollar kosten.

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